Herausforderndes Verhalten bei Demenz

Autor(en): Anne Muhle en Claudia Niemann

Menschen mit Demenz leiden zunehmend unter Einschränkungen ihrer kognitiven Fähigkeiten: Das logische Denken ist beeinträchtigt, es treten Gedächtnisstörungen auf, sie verlieren die Orientierung zu Zeit, Person, Ort und auch zur Situation. Mit fortschreitender Erkrankung können sie nicht mehr sprechen und auch oft nicht einmal mehr das gesprochene Wort verstehen. Vor Beginn der Erkrankung im Gehirn abgespeichertes Wissen geht verloren, Ereignisse werden vergessen, Personen, wichtige Daten, die letzten Jahre, sogar Jahrzehnte sind wie ausgelöscht. Menschen mit Demenz leben zunehmend in ihren „Innenwelten“, heißt: in der Vergangenheit, und können sich daher oft nur noch an ihre Kindheit, Jugend oder das junge Erwachsenenalter erinnern. An Zeiten, in denen sie jung waren, im Berufsleben standen, Mütter oder Väter waren.
So entstehen unterschiedliche Realitätswelten zwischen den Erkrankten und ihrer Umwelt. Das führt zunehmend zu Missverständnissen und Schwierigkeiten, weil die Umwelt das Verhalten und die Reaktionen der Erkrankten nicht versteht. Diese wiederum fühlen sich ebenfalls unverstanden und reagieren oft auf bestimmte Situationen oder Personen mit herausforderndem Verhalten. Das ist z. B. häufiges Herumwandern, Weglaufen, Schreien, Schlagen oder Spucken und stellt eine hohe Belastung für alle Beteiligten dar. Oft sind hier freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) wie Fixierung und Medikamentengabe die Folge! Die Frage lautet daher: Wie können Pflegekräfte reagieren, welche Reaktionen auf herausforderndes Verhalten sind angemessen?

Ausgabe 1, 2019 Artikel lesen

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